MEHRWERT LANDSCHAFT - LANDSCHAFTSBASIERTE STRATEGIEN ZUR NACHHALTIGEN RÄUMLICHEN ENTWICKLUNG

Die Grenzen zwischen Stadt und Land vermischen sich immer mehr. Die daraus enstehende, teils suboptimale Struktur, welche meist unzähligen funktionellen Einzelentscheiden entspringt, behindert ein zukunftsorientiertes und soziokulturell florierendes Wachstum.

Um in der hochgradig regulierten Life-Science-Industrie ein Medikament bis zur Marktreife zu bringen, sind zahlreiche, vorwiegend datengetriebene Studien obligatorisch. Die Studien beinhalten in der Regel personalisierte Untersuchungsreihen. Heute stützen sich diese primär auf randomisierte klinische Studien, die als ‘Goldstandard’ bezeichnet werden.

Daher werden im Untersuchungsraum Inseln als Kristallisationspunkte der baulichen Entwicklung definiert, die eng an gegebene und zukünftig mögliche Erreichbarkeiten des öffentlichen Verkehrs gekoppelt sind. Die spezifischen räumlichen und programmatischen Potenziale der Inseln (Architekturmassstab) sowie des Gesamtraums (Landschaftsmassstab) werden bestimmt und mittels Karten, Collagen und beispielhaften Architekturentwürfen anschaulich visualisiert. 

Möglichkeiten, Spielräume und Abhängigkeiten werden an konkreten Interventionsorten aufgezeigt. Dies kann beispielsweise bedeuten, einige spezifische Landmarken zu setzen, visuelle Beziehungen zu berücksichtigen oder neu zu schaffen, qualitätsvoll und Kontext bezogen baulich zu verdichten, Siedlungsränder dabei als Kontaktzonen besser mit der Landschaft zu verzahnen, Infrastrukturkorridore als wechselvolle szenische Bänder zu entwickeln, die Massstäblichkeit von Architektur zu Landschaft in ein stimmiges Verhältnis zu setzen, usw.

Abschliessend erfolgen eine Bewertung und Diskussion der Teilergebnisse und der daraus resultierenden Vorschläge für landschaftsbasierte räumliche Entwicklungsstrategien.

Da Raumentwicklung in grösseren Massstäben immer von gesellschaftlicher Relevanz ist und mit komplexen politischen Entscheidungsprozessen einhergeht, kommt der Kommunikation eine erhebliche Bedeutung zu. Hierzu werden im Projekt neue, durch Testentwürfe und Bilder unterstützte, Argumentationsformen vorgeschlagen. 

Im Forschungsbereich Kulturlandschaft am Institut Architektur der FHNW haben sich zwei Schwerpunktthemen herausgebildet: Die Talschaft als schweizspezifischer Raumtypus und soziokulturelles Phänomen, sowie das Raumbild als Analyse- und Darstellungsform. Erkenntnisse aus vorangegangenen Projekten fliessen ein. Die Schnittstelle zwischen Forschung und Lehre wird durch den Einbezug der Testentwürfe produktiv genutzt.

Für die Fachdisziplin Architektur ergeben sich im grossen Massstab neue Handlungsfelder. Hierzu wird den Studierenden ein Grundverständnis vermittelt, während für die Raumplanung neue Methoden aufgezeigt werden.

Das Projekt Mehrwert Landschaft soll insgesamt einen Perspektivwechsel einleiten, der in der Raumplanung das polyzentrische Stadtgefüge als zukünftige urbane Kulturlandschaft definiert. Unmittelbar erfahrbare räumliche Qualität und der nachhaltige Umgang mit der endlichen Ressource Boden werden zum Ausgangspunkt für räumliche Entwicklung genommen. 

Unser besonderer Dank gilt der Stiftung FHNW für die grosszügige Projektunterstützung.

PROJEKTLEITENDE
IM FOKUS

Hochschule für Angewandte Psychologie

Prof. Dr. Hartmut Schulze

Leiter Usability Labor

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Stiftung FHNW Geschäftsstelle

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